Selbsthilfe

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Du siehst dich hier um. Ich nehme an, nicht nur zufällig. Vielleicht hast du psychische Probleme oder leidest an einer psychischen Erkrankung. Oder du möchtest jemandem helfen.

Was tun?

Zuerst: Du bist nicht allein. Vielen geht es ähnlich. Auch wenn du sie (noch) nicht kennst - es gibt sie! In Selbsthilfegruppen findest du Menschen, bei denen im Leben nicht alles glatt läuft. Die es aber nicht dabei belassen, sondern ihre Sorgen teilen. Sie hoffen, dass gemeinsam etwas zu machen ist.

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Was ist eine Selbsthilfegruppe?

Man sitzt gewöhnlich im Kreis und spricht darüber, wie es einem geht oder was einen bewegt („Im Moment geht es mir …“ oder: „Ich fühle ich mich heute …“). Wer etwas sagen möchte, spricht. Wer nur zuhören will, tut das. Was gesagt wird, bleibt in der Gruppe. Es gibt auch Gruppen, die sich für das jeweilige Treffen ein bestimmtes Thema wählen.

Viele Gruppen starten mit einer Begrüßungsrunde, oft "Blitzlicht" genannt, („Heute bin ich da, weil ich …“) und schließen mit einer Abschlussrunde („Heute nehme ich mit …“ oder: „Weiter gebracht hat mich heute …“).

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Gibt es auch andere Angebote?

Manche Gruppen verfolgen ein bestimmtes Thema oder Programm: Malen oder (meditative) Bewegung zum Beispiel. Oder die Gruppe trifft sich, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Viele Gruppen haben auch ein gemischtes Angebot.

Wie geht es in der Gesprächsgruppe zu?

Dass in Gesprächsgruppen alles ziemliche offen ist, macht die Sache manchmal nicht ganz leicht: Keiner hat ein Rezept, mit dem schlagartig alle Probleme verschwinden -  was über Monate und Jahre gewachsen ist, lässt sich nicht von heute auf morgen ändern. Die Gruppe begleitet dich, helfen kannst du dir aber letztlich nur selbst: wenn du etwas ändern willst. Irgendwann taucht die Frage auf: “Was tust du, damit es dir besser geht?“ Darauf solltest du eine Antwort suchen.

Es herrscht nicht immer Sonnenschein. Es gibt in der Gruppe Konflikte. Auch spielen Gefühle eine wichtige Rolle. So wie im richtigen Leben.

Wichtig ist vielleicht noch die Frage: Was muss ich “können”, damit ich in eine Gruppe gehen kann? Einerseits sehr wenig: Du musst nichts Spezielles “können”. Andererseits sehr viel: Du musst dich trauen hinzugehen.

Vielleicht denkst du jetzt: Da geht’s immer furchtbar ernst zu. Ständig wälzt man Probleme. So ist das nicht. Oft geht es locker und entspannt zu, und es wird gelacht.

Möglicherweise hast du jetzt Zweifel: Geht das? Kein Programm, keine Therapie?  Ich kann nur sagen: Ja! Die Gruppe weckt, was in dir steckt - das ist ihre große Leistung. Wie erfolgreich das ist, haben vor dir bereits viele erfahren. Frag sie!

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Wie sieht es in Gruppen mit Programm aus?

Bei Gruppen, die ein festes Programm haben, steht natürlich das Programm im Vordergrund. Das macht es oft leichter, weil man sich an etwas halten kann. Manchmal kann ein Programm aber auch einengen oder an den eigenen Bedürfnissen vorbei gehen. Und hier sind wir schon beim entscheidenden Punkt: Man muss sich wohlfühlen und spüren, dass die Gruppe, die Methode, die Zielrichtung die Richtige ist.

Ist Selbsthilfe etwas für mich?

Der Satz "Jede(r) ist anders" stimmt hier ganz besonders. Deshalb hilft nur eins: ausprobieren. Sieh dir am besten mehrere Gruppen an, bevor du dich entscheidest.

Lass dir aber Zeit: Du musst dich einleben. Und erst nach einer gewissen Zeit merkst du, was du davon hast.

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Wann liege ich mit Selbsthilfe richtig?

Diese Frage kannst letztlich nur du entscheiden. Es gibt aber ein paar Indizien, dass du nicht ganz falsch liegst: Wenn du zu den unteren Punkten spontan eher “Ja” als “Nein” sagst:

  • Ich möchte unter Menschen sein
  • Ich kann über persönliche Probleme sprechen
  • Ich lasse mir den “Spiegel vorhalten”
  • Ich kann und will etwas tun, damit es mir besser geht
  • Ich kann etwas anfangen mit dem, was andere sagen
  • Ich kann Gefühle und Konflikte aushalten
  • Ich bin bereit, regelmäßig hinzugehen

Wo finde ich eine Gruppe?

Auf dieser Seite findest du Gruppen.

Gruppentreffen werden oft in Zeitungen bekannt gegeben

Ärzte, Kliniken, Krankenkassen, Therapeuten oder Beratungsstellen legen Faltblätter von Gruppen aus oder man bekommt dort Adressen genannt.